- AutorIn
- Patrick Dyrba
- Titel
- Adaptives Lernen in der Erwachsenenqualifizierung für Fach- und Führungskräfte mit sehr hoher Verantwortung am Beispiel des Explosionsschutzes in der chemischen Industrie
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-988791
- Datum der Einreichung
- 09.10.2024
- Datum der Verteidigung
- 09.04.2025
- ISBN
- 978-3-86825-455-6
- Abstract (DE)
- Fach- und Führungskräfte unterliegen heutzutage einem hohen Zeitdruck. Bei auftretenden Problemen müssen sie schnell reagieren und die richtige Lösung finden. Dies erfordert eine hohe fachliche und persönliche Verantwortung. Durch die weiter fortschreitende Digitalisierung müssen Veränderungen im Produktionsprozess oft kurzfristig erfolgen. Im Zeitalter der Industrie 4.0 werden Schnittstellen von Maschinen, Anlagen und Prozessen vernetzt, wodurch die Komplexität von Anlagen und Prozessen zunimmt. Von den Fach- und Führungskräften werden verstärkt unterschiedliche Kompetenzen verlangt. Das früher geschätzte Expertenwissen auf einem bestimmten Gebiet wird immer stärker vom Wissen der Generalisten verdrängt. Es ist eine ständige Anpassung des Wissens erforderlich, lebenslanges Lernen gehört heute zum Standard. Insbesondere gilt dies für Fach- und Führungskräfte für explosionsgeschützte Anlagen, bei denen Fehlentscheidungen extreme Auswirkungen auf die Zerstörung von Menschenleben und Anlagen nach sich ziehen können. So besitzen auf dem Gebiet des Explosionsschutzes • Planer und Projektanten, • Hersteller und Errichter, • Betreiber und Instandhalter, • Ingenieurbüros und Berater, • Prüforganisationen und Behörden eine ausgesprochen hohe Verantwortung. Die Anforderungen an Firmen, die Weiterbildung auf diesem Gebiet betreiben, nehmen stetig zu. Der deutsche Gesetzgeber verlangt beispielsweise in der Gefahrstoffverordnung, dass der Betreiber von explosionsgeschützten Anlagen eine Fachkunde auf seinem jeweiligen Gebiet aufweisen und die Fachkenntnisse durch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen auf dem aktuellen Stand halten muss. Es werden verstärkt konkret auf das Problem zugeschnittene Lösungen gesucht. Beispielsweise für die Instandsetzung von Geräten, Schutzsystemen oder Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen im Sinne des Explosionsschutzes (Richtlinie 2014/34/EU) muss der Betreiber sicherstellen, dass Personen eingesetzt werden, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, ihrer Spezialkenntnisse und entsprechenden Fähigkeiten sowie Erfahrung mit der Instandsetzung der Geräte, Schutzsysteme, Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen die übertragenen Arbeiten beurteilen, durchführen, und dabei die mögliche Relevanz für den Explosionsschutz im Rahmen ihrer Tätigkeiten erkennen können. Für die Instandsetzung von Geräten, Schutzsystemen oder Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen sind weiterhin eine geeignete Ausstattung sowie eine geeignete Organisation erforderlich sowie die notwendigen Unterlagen heranzuziehen und deren Inhalte richtig anzuwenden. Bei der Instandsetzung von Geräten, Schutzsystemen oder Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen müssen die Anforderungen unabhängig davon, ob eine Prüfung erforderlich ist, immer erfüllt werden. Bei der Organisation sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen: • Festlegung der Verantwortlichkeiten, • Sicherstellung der erforderlichen Schulung, Weiterbildung und Teilnahme an einem Erfahrungsaustausch, • Zugriffsmöglichkeiten auf einschlägige Vorschriften und Regelwerke, gegebenenfalls Kontakt zu dem Hersteller und zu Prüfstellen, • Vorliegen gerätespezifischer Unterlagen, z. B. Herstellerunterlagen wie Betriebsanleitungen, Schaltpläne, Montageanleitungen, Einzelteillisten oder spezifische Informationen über das Einsatzgebiet. Im Sinne der medialen Pädagogik sollen Erwachsene durch Medien angesprochen werden. Historisch gesehen wurden dabei unterschiedliche Medien wie z. B. Bücher, Videos, Fernsehen, Radio, Computer und das Internet diskutiert (vgl. Dinkelaker, 2018). Aufgrund der Verbreitung von Computern und Internet entwickelte sich das Schlagwort „E-Learning“ und damit auch Überlegungen wie mit digitalen Medien gelernt werden kann (vgl. Sikora, et al., 2008), (vgl. Arnold, et al., 2015). Diskutiert werden unterschiedliche Ansichten zum Mobile Learning, wie Möglichkeiten der Erreichbarkeit, um die Sichtbarkeit von Lernaktivitäten und die Adaptivität (vgl. Dinkelaker, 2018). Es werden Bildungs- und Qualifizierungsangebote gewünscht, die sich von den klassischen Fortbildungsangeboten (hier bezieht sich der Autor auf die in der durchgeführten Analyse vorkommenden Methoden wie z. B. Online-/Präsenzseminare, E-Learnings, Blendet Learning und Virtual Classroom) unterscheiden. Mittelständische Unternehmen integrieren vermehrt Lern-Management-Systeme um unabhängiger zu werden (vgl. Hasenbein, 2020). Nach Wannemacher sind Online-Weiterbildungsangebote unter anderem wegen der Nachfrage auf zugeschnittene Lösungen und der Praxisorientierung so erfolgreich (vgl. Wannemacher, 2014). Bei der Frage, wie der Lernerfolg verbessert werden kann, müssen die Unterschiede zwischen erworbenen Kompetenzen und realen angewandten Kompetenzen ins Verhältnis zu Lernprozessen gesetzt werden. Dies kann eine Veränderung in Bezug auf die Lehr- und Lernmethoden erfordern (vgl. Arnold, et al., 2018). Bislang findet in der Qualifizierung im Explosionsschutz das personalisierte Lernen keine Anwendung. Alle Teilnehmenden müssen das gleiche Lernen, auch wenn schon zu bestimmten Themen Vorwissen vorhanden ist. Der Explosionsschutz ist im Arbeitsschutz ein Spezialgebiet mit hoher Komplexität. Aufgrund der Vielfalt der Prozessabläufe in der chemischen Industrie sind spezifische Qualifizierungen notwendig (vgl. Schacke & Viard, 1998). Auch im Hinblick auf den demografischen Wandel müssen Qualifizierungsangebote an die Bedürfnisse der Teilnehmer angepasst werden. Dies bedeutet eine große Herausforderung für Bildungseinrichtungen, die im Zuge der Digitalisierung am Markt bestehen oder führend bleiben wollen. Nicht zuletzt müssen gegebenenfalls die Kompetenzen der Lernbegleiter völlig neu gedacht und geschult werden.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Erwachsenenqualifizierung, Fachkräfte, Explosionsschutz, chmische Industrie
- Klassifikation (DDC)
- 370
- Klassifikation (RVK)
- DW 1000
- GutachterIn
- Prof. Dr. Thomas Köhler
- Prof. Dr.-Ing. Martin Schmauder
- Verlag
- Jedermann-Verlag GmbH, Heidelberg
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-988791
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 10.09.2025
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-NC-ND 4.0