- AutorIn
- Dr. med. Carolina Breuning
- Titel
- Was würden Sie zuerst behandeln? Eine Untersuchung der Behandlungsprioritäten unter Hüft- und Wirbelsäulenchirurgen zu Patienten mit einer Kombination aus Wirbelsäulenerkrankung und Hüftgelenksarthrose
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-965384
- Erstveröffentlichung
- 2025
- Datum der Einreichung
- 20.03.2024
- Datum der Verteidigung
- 25.03.2025
- Abstract (DE)
- Patienten mit spinopelvinen Schmerzen haben gehäuft koexistierende degenerative Veränderungen im Bereich der lumbosakralen Wirbelsäule und der Hüftgelenke. Die Therapie des Patienten richtet sich dabei häufig nicht nur nach der Erkrankung, sondern auch nach der fachlichen Ausrichtung des behandelnden Chirurgen. Um mögliche Tendenzen der Behandlung zu evaluieren, wurden Hüft- und Wirbelsäulenchirurgen bezüglich der Therapieempfehlung an fünf fiktiven Patientenfällen befragt. Diese Studie entstammt einer zuvor in den USA durchgeführten Studie. Die Forschungsgruppe Liu et al. entwarf einen Online-Fragebogen, über den die Chirurgen pro Fall wichtige Angaben zur Anamnese und klinischen Untersuchung sowie Ergebnisse diagnostischer Tests, Röntgenbilder, MRT-Bilder und schon durchgeführte konservative Therapieversuche erhielten. Die Hypothese dieser Studie war, dass Chirurgen unterschiedlicher Spezialisierung, Erfahrung und Herkunft für verschiedene Szenarien des Hip-Spine Syndroms unterschiedliche Präferenzen für die chirurgische Reihenfolge haben. Für diese Arbeit wurde der Online-Fragebogen mit den fünf fiktiven Patientenfällen ins Deutsche übersetzt und an Mitglieder der DWG und AE gesendet. Von den in dieser Studie 159 teilgenommenen Chirurgen waren 38,3% Hüftchirurgen, 24,1% neurochirurgische Wirbelsäulenchirurgen und 35,8% orthopädische Wirbelsäulenchirurgen. Die Ergebnisse wurden in Bezug auf die Spezialisierung und Erfahrung der Chirurgen analysiert und mit den amerikanischen Ergebnissen verglichen. Die Daten wurden in Prozentsätzen und Mittelwerten dargestellt und mithilfe des Chi-Quadrat-Tests verglichen. Ein p-Wert ≤ 0,05 wurde als statistisch signifikant angesehen. Begründungen über eine Therapieempfehlung konnten die Chirurgen in Freitextkommentaren angeben, welche mithilfe von Text-mining analysiert wurden. Deutsche Chirurgen priorisieren bei Wirbelsäulenerkrankungen mit neurologischen Defiziten des Hip-Spine Syndroms die Wirbelsäulenchirurgie, während sie sich in allen anderen Szenarien für die Hüftchirurgie als Behandlungspriorität entschieden. Die deutsch-amerikanischen Präferenzmuster stimmten unter den Hüft- und Wirbelsäulenchirurgen bei Patienten mit degenerativer lumbaler Spondylolisthese und thorakolumbalem Bandscheibenvorfall jeweils kombiniert mit Koxarthrose überein. Unter den deutsch-amerikanischen Wirbelsäulenchirurgen waren gleiche Präferenzen bei Patienten mit lumbalem Bandscheibenvorfall und lumbaler Skoliose jeweils kombiniert mit Koxarthrose zu sehen. In diesen zwei Szenarien waren unter den amerikanischen Hüftchirurgen keine klaren Behandlungstendenzen erkennbar. Im Szenario der lumbalen Spinalkanalstenose kombiniert mit Koxarthrose, priorisierten die deutschen Chirurgen die Hüftchirurgie, während die amerikanischen Chirurgen die Wirbelsäulenchirurgie priorisierten. Die Präferenz der Chirurgen wurde in erster Linie durch den Schweregrad und die Dringlichkeit der Pathologie, die spinopelvine Interaktion sowie die Komplexität und den therapeutischen Effekt der Hüft- und Wirbelsäulenoperation beeinflusst. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Abfolge von Hüft- und Wirbelsäulenoperationen bei verschiedenen Szenarien des Hip-Spine Syndroms unterschiedliche Präferenzmuster aufweist, wobei die Präferenzen der verschiedenen Fachärzte und die Unterschiede zwischen den Ländern von vielen Faktoren beeinflusst werden. Dies zeigt, dass für ein patientenzentriertes Behandlungsschema eine ausführliche klinische Untersuchung und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit Voraussetzung ist.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Hip-Spine Syndrom, Hüftgelenksarthrose, degenerative Wirbelsäulenerkrankung
- Freie Schlagwörter (EN)
- Hip-spine syndrome, osteoarthritis of the hip joint, degenerative spinal disease
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YK 3054
- GutachterIn
- PD Dr. med. Stefan Zwingenberger
- PD Dr. med. Sebastian F. Bigdon
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-965384
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 14.08.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
- Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 4 Abbildungsverzeichnis 5 Tabellenverzeichnis 5 1. Einleitung 6 1.1. Theoretische Grundlagen 6 1.1.1. Koxarthrose 6 1.1.2. Lumbale Spinalkanalstenose 8 1.1.3. Degenerative lumbale Spondylolisthese 10 1.1.4. Lumbaler Bandscheibenprolaps 10 1.1.5. Skoliose 12 1.2. Hip-Spine Syndrom 13 1.3. Biomechanische Grundlagen 14 1.4. Stand der Forschung 15 1.5. Amerikanische Kooperationsstudie 16 1.6. Unterschiede chirurgischer Grundausbildungen 16 1.7. Zielsetzung der Arbeit 17 2. Hypothese 17 3. Material und Methoden 17 3.1. Studiendesign 17 3.2. Studienpopulation 18 3.2.1. Ein- und Ausschlusskriterien 18 3.2.2. Stichprobenerhebung 18 3.3. Datenerhebung 18 3.4. Übersicht des Studienablaufs 19 3.5. Aufbau des Fragebogens 20 3.5.1. Erster Teil des Fragebogens 20 3.5.2. Zweiter Teil des Fragebogens 22 3.6. Statistische Auswertung 23 4. Ergebnisse 24 4.1. Studienteilnehmer 24 4.1.1. Berufserfahrung 24 4.2. Präferenzmuster der chirurgischen Behandlung 25 4.3. Einfluss der Erfahrungsjahre auf die Behandlungsreihenfolge 27 4.4. Begründungen der Chirurgen über die Behandlungsreihenfolge 30 4.4.1. Szenario 1 – Lumbale Spinalkanalstenose mit Claudicatio spinalis kombiniert mit Hüftgelenksarthrose 31 4.4.2. Szenario 2 – Degenerative lumbale Spondylolisthese mit radikulärem Schmerzsyndrom kombiniert mit Hüftgelenksarthrose 32 4.4.3. Szenario 3 – Lumbaler Bandscheibenvorfall mit muskulärer Schwäche kombiniert mit Hüftgelenksarthrose 33 4.4.4. Szenario 4 – Lumbale Skoliose mit sagittaler Imbalance und Rückenschmerz kombiniert mit Hüftgelenksarthrose 34 4.4.5. Szenario 5 – Thorakolumbaler Bandscheibenvorfall mit Myelopathie kombiniert mit Hüftgelenksarthrose 35 4.5. Wahl der Hüftgelenk-Endoprothese 36 5. Diskussion 37 5.1. Präferenzmuster der chirurgischen Fachabteilungen 38 5.2. Präferenzmuster der Chirurgen unterschiedlicher Berufserfahrung 39 5.3. Die Entscheidung der Behandlungsreihenfolge beeinflussende Faktoren 40 5.3.1. Neurologisches Defizit 40 5.3.2. Biomechanische spinopelvine Interaktion 41 5.3.3. Überlappung der Symptome 42 5.3.4. Diagnostische und therapeutische Injektionen 43 5.3.5. Postoperative Mobilität und Rehabilitation 44 5.3.6. Operationsbezogene Faktoren 44 5.4. Wahl der Endoprothetik bei vorliegendem Hip-Spine Syndrom 45 6. Limitationen 45 7. Zusammenfassung 47 8. Summary 49 9. Literaturverzeichnis 51 10. Anhang 58 10.1. Anhang 1 - Tabelle 7.2: Die Behandlungsprioritäten von Hüftchirurgen, orthopädischen und neurochirurgischen Wirbelsäulenchirurgen unterschiedlicher Berufserfahrung in fünf fiktiven klinischen Szenarien 58 10.2. Anhang 2 - E-Mail: Einladung zur Online-Umfrage 63 10.3. Anhang 3 – Englischer Fragebogen aus der amerikanischen Studie (N. Liu et al., 2019) 65 10.4. Anhang 4 - Deutscher Fragebogen 76 10.5. Anhang 5 - Abstract zur Hauptstudie, präsentiert auf dem Deutschen Wirbelsäulenkongress in Münster, 2021 88 10.6. Anhang 6 - Poster zur Hauptstudie, präsentiert auf dem „Orthopaedic Research Society“ Kongress in Tampa (Florida, USA), 2022 90 10.7. Anhang 7 – Ethikvotum 91 11. Danksagung 94 12. Anlage 1: Erklärung zur Eröffnung des Promotionsverfahrens 95 13. Anlage 2: Erklärung zur Einhaltung aktueller gesetzlicher Vorgaben 96