- AutorIn
- Dr. med. Nicolai Mertens
- Titel
- Behandlungsergebnisse und Komplikationen der inversen Schulterprothese mit kurzem Schaft bei proximaler Humerusfraktur
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-955467
- Erstveröffentlichung
- 2025
- Datum der Einreichung
- 30.05.2024
- Datum der Verteidigung
- 28.01.2025
- Abstract (DE)
- Hintergrund Proximale Humerusfrakturen sind die dritthäufigsten Frakturen des älteren Menschen. Zur Behandlung von nicht-rekonstruierbaren proximalen Humerusfrakturen hat sich die inverse Schulterendoprothese etabliert. Die Schaftlängen der Frakturprothesen sind meist über 100 mm lang. Bislang ist unklar, welche Komplikationsrate und Schulterfunktion bei der Frakturversorgung mittels Endoprothesen mit Schäften unter 100 mm resultieren. Material und Methoden Im Zeitraum vom 01.01.2016 bis 15.06.2020 wurden 85 Patient:innen mit proximaler Humerusfraktur mit einer Kurzschaftprothese am Universitätsklinikum Dresden versorgt. Davon wurden 62 primär und 23 sekundär implantiert. Es konnten 55 Patient:innen nachuntersucht werden. Gründe für die Nichtteilnahme waren Tod in 14 und ein ‚lost of follow- up‘ in 16 Fällen. Die Nachuntersuchungen fanden im Mittel 29,7 Monate post operationem statt und die Patient:innen waren im Durchschnitt 77,7 Jahre alt. Es wurden Parameter hinsichtlich der Schulterfunktion, die klinischen Scores Constant Score, Quick-DASH und Subjective Shoulder Value, die radiologischen Befunde und die Komplikationen erhoben. Ergebnisse Das Patientenkollektiv zeigte einen Constant Score von 44,5, einen normierten Constant Score von 64,5, eine mittlere aktive Anteversion von 115°, eine mittlere aktive Abduktion von 103°, eine mittlere aktive Außenrotation von 8,3° und eine Innenrotation bis auf Höhe des Sakrums. Die Einheilungsrate der Tuberkula betrug 77%. Bei refixierten Tuberkula sahen wir eine erhöhte Rotationsfähigkeit in Innen- und Außenrotation (p < 0,05). Die Einheilung der Tuberkula hatte keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Schulterfunktion, wenngleich die Außenrotationsfähigkeit besser war. Patient:innen mit primärer Implantation hatten bessere Werte in der Schulterfunktion und es zeigte sich kein Unterschied zwischen Patient:innen mit zementierter Prothese zu Patient:innen mit zementfreier Verankerung. Die Revisionsrate lag bei 9%. Die primären Prothesen zeigten keine prothesenspezifischen Komplikationen und Revisionen wurden nur bei sekundär implantierten Prothesen durchgeführt. Diskussion Das Patient:innenkollektiv zeigte eine akzeptable Schulterfunktion mit niedriger Komplikationsrate. Verglichen mit den publizierten Daten in der Literatur sind die subjektiven Patientendaten durchschnittlich und die Revisionsrate überdurchschnittlich gut. Die Schulterfunktion ist mit einer Anteversion und Abduktion über Schulterebene gut. Insgesamt scheint die Implantation einer Kurzschaftprothese verglichen mit den konventionellen Standardschäften gleichwertig sicher zu sein. Schlussfolgerung Die Kurzschaftprothese stellt für die nicht-rekonstruierbare proximale Humerusfraktur eine komplikationsarme, verlässliche und knochensparende Alternative zu den Frakturschaftprothesen dar. Vergleichende Studien zwischen Kurzschaft- und Standardschaftprothesen sind für eine definitive Aussage über die adäquate Schaftlänge nötig.
- Freie Schlagwörter (DE)
- inverse Schulterprothese, Kurzschaft, Fraktur, proximaler Humerus
- Freie Schlagwörter (EN)
- Inverse shoulder prosthesis, short stem, fracture, proximal humerus
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YK 3254
- GutachterIn
- PD Dr. Jörg Nowotny
- Prof. Dr. Pierre Hepp
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-955467
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 20.03.2025
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY 4.0