- AutorIn
- Dr. rer. medic. Rico Schreier
- Titel
- Entwicklung von Qualitätsindikatoren anhand der S3 – Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten
- Untertitel
- Behandlung zum Benchmark des TraumaNetzwerkes Ostsachsen im Deutschlandvergleich anhand des TraumaRegister DGU®
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-947128
- Erstveröffentlichung
- 2024
- Datum der Einreichung
- 08.01.2024
- Datum der Verteidigung
- 23.09.2024
- Abstract (DE)
- Die Behandlungsqualität von Trauma-Patienten konnte in den letzten Jahren durch gezielte Maßnahmen wie eine verbesserte Versorgungsstruktur (Gründung der Trauma-Netzwerke der DGU®), die interdisziplinäre Entwicklung der S3-Leitlinie für Schwerverletztenversorgung sowie eine verstärkte klinische als auch präklinische Ausbildung ausgebaut werden. Um die Behandlung von Schwerverletzten weiter zu optimieren, sind flächendeckend gültige und nachprüfbare Versorgungs-und Qualitätsstandards ebenso unabdingbar wie als Grundlage für die externe Qualitätssicherung. Qualitätsindikatoren, welche aktuelle Leitlinienempfehlung berücksichtigen, wurden bis dato nicht umfassend entwickelt und nur partiell in die TraumaNetzwerk (TNW) Qualitätsberichte einbezogen. Ziel der Arbeit (Dissertation des Autors) war die Identifizierung von empirisch abgesicherten quantitativen und qualitativen Indikatoren, deren systematische, datenbasierte Überprüfung (Einhaltung von Leitlinien/Handlungsempfehlungen) bei schwerverletzten/polytraumatisierten Patienten sowie eine Validation der Wirksamkeit von Qualitätssicherungsmaßnahmen am Beispiel des TNW Ostsachsen. Dafür wurden in einer fokussierten Auswertung der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletztenversorgung deskriptive Parameter sowie Qualitätsindikatoren identifiziert und für das TNW Ostsachsen mittels Versorgungsdaten des TR-DGU aus 6 Jahren (n=149.860 Fälle, Untersuchungszeitraum 2014-2019) in einer retrospektiven Registerstudie im Sinne einer Benchmark-Analyse mit den Daten anderer deutscher TNWs verglichen. Es konnte teilweise signifikante Unterschiede zwischen den Patientenkollektiven und dem Anteil leitliniengerechter Versorgung gezeigt sowie ein positiver Einfluss der Qualitätsarbeit im lokalen TNW Ostsachsen nachgewiesen werden. (z.B.: geringerer Anteil früher Weiterverlegungen/bessere Primärzuweisung, geringere Zeit von Alarmierung bis Klinikaufnahme, bessere Dokumentationsqualität, bessere klinische Untersuchung/Monitoring, häufigere Anlage einer Thoraxdrainage bzw. Durchführung bilateraler Entlastung bei Reanimation, Überlebensvorteil). Weitere Einflussfaktoren auf die Versorgungsqualität bzw. den Anteil leitliniengerechter Versorgung (Anstieg des Anteils älterer Patienten, derer mit Vorerkrankungen sowie der Sterblichkeitsprognose) wurden gezeigt. Schlussfolgerungen: Das Qualitätsmanagement und eine TNW Netzwerkarbeit hat Einfluss auf die Versorgung. Schwerverletzte Patienten werden in Zukunft häufiger vorerkrankt und hochbetagt sein. Bei der Versorgung muss mit einer höheren Komplikationsrate sowie steigenden Sterblichkeitsprognose gerechnet werden. Die Dokumentations-und Versorgungsqualität von Schwerverletzten ist gut. Die Umsetzung der Leitlinienempfehlungen sollte insbesondere im Bereich Untersuchung/Monitoring sowie bei der präklinischen Durchführung lebensrettender Maßnahmen weiter verbessert werden. Für Qualitätssicherungsmaßnahmen sollten verstärkt die Einhaltung der Leitlinienempfehlungen fokussiert werden. Für einen schnellen und eindeutigen Überblick wird ein Ampel-Farbcode-System empfohlen, um eine Einschätzung in „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ vornehmen zu können. Quantitativ-zeitliche Parameter wie Prähospitalzeit, Schockraumzeiten etc. sind für die Einschätzung der Versorgungsqualität nur bedingt geeignet.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Trauma, Schwerverletztenversorgung, TraumaNetzwerk, Qualitätsmanagement, Versorgungsqualität
- Freie Schlagwörter (EN)
- Trauma, trauma care, trauma network, quality management, quality of care
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YI 3304
- GutachterIn
- Prof. Dr. med. Christian Kleber
- Prof. Dr. med. Claas T. Buschmann
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-947128
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 07.01.2025
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-NC-SA 4.0- Inhaltsverzeichnis
Inhalt 1. Einleitung und Fragestellung 1.1. Geschichte der Traumaversorgung in der Akut- & Notfallmedizin 6 1.2. Epidemiologische und sozioökonomische Betrachtungen zur Traumaversorgung 1.3. Definition und Klassifikation von Verletzungen & Polytrauma 1.4. Prinzipien, Strategien und Herausforderungen bei der notfallmedizinischen Versorgung von Traumapatienten 1.5. Strukturen zur Qualitätssicherung bei der Behandlung von Schwerverletzten in Deutschland 1.6. S3-Leitlinie „Polytrauma- / Schwerverletzen-Behandlung“ 1.7. Weißbuch Schwerverletztenversorgung DGU 1.8. TraumaNetzwerk DGU® 1.9. Traumaversorgung in Sachsen 1.10. Fragestellung und Hypothesen 2. Material und Methoden 2.1. Studiendesign 2.2. Organisatorische Rahmenbedingungen der Register-Analyse 2.3. Patientenkollektiv: Ein- / Ausschlusskriterien 2.4. Entwicklung von empirisch prüfbaren Qualitätsindikatoren aus Leilinien - Handlungsempfehlungen 2.5. Statistische Datenauswertung des TraumaRegister DGU®: Biometrische Methoden 3. Ergebnisse: Empirische Überprüfung der Leitlinientreue bei der Schwerverletztenversorgung 3.1. Deskriptiver Vergleich: Patientenkollektive 3.2. Qualitätsindikatoren im TraumaNetzwerk Ostsachsen im Vergleich zum TraumaRegister DGU® 3.3. Qualitätskriterien im zeitlichen Verlauf von 2014 bis 2019 4. Diskussion. 4.1. Verletzungsmechanismen, Altersstruktur und deren Effekte auf die Messung der Ergebnisqualität 4.2. Leitlinientreue und Qualitätsmanagement bei der Schwerverletztenversorgung 4.3. Evaluation der Qualitätsarbeit von Traumanetzwerken 4.4. Limitationen der Untersuchung 5. Fazit für die Praxis 6. Zusammenfassung / Abstract 7. Verzeichnisse 7.1. Literaturverzeichnis 7.2. Abkürzungsverzeichnis 7.3. Abbildungsverzeichnis 7.4. Tabellenverzeichnis 8. Lebenslauf 9. Danksagung 10. Anhang 10.1. Erhebungsbogen „TraumaRegister DGU® Standardbogen V2015 (11/15)“ 10.2. Patienteninformation TraumaRegister DGU® 10.3. Gesamtauswertungstabelle der untersuchten Qualitätsindikatoren (TR-DGU, TNW Ostsachsen, Untersuchungszeiträume) 11. Eidesstattliche Erklärung 12. Anlage 1: Erklärung zur Eröffnung des Promotionsverfahrens 13. Anlage 2: Erklärung zur Einhaltung aktueller gesetzlicher Vorgaben