- AutorIn
- Dr. med. Ibrahim Farhood
- Titel
- Teriflunomid und sein Einfluss auf antigenpräsentierende Zellen bei der Multiplen Sklerose
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1053894
- Erstveröffentlichung
- 2026
- Datum der Einreichung
- 21.11.2025
- Datum der Verteidigung
- 09.06.2026
- Abstract (DE)
- In den letzten Jahren hat sich die Evidenz für die Rolle antigenpräsentierender Zellen bei MS zunehmend verstärkt. Diese Rolle erstreckt sich sowohl auf ihre Beteiligung an der Krankheitsentstehung als auch auf mögliche therapeutische Ansätze. In dieser Studie haben wir den Einfluss von Teriflunomid auf isolierte antigenpräsentierende Zellen aus Buffy Coats sowie die Auswirkungen von Teriflunomid auf verschiedene Immunzellpopulationen während der Therapie mit Teriflunomid untersucht. Mittels magnetischer Zellseparation wurden antigenpräsentierende Zellen (SlanDcs, CD1Dcs, Monozyten) aus Buffy Coats isoliert und mit Teriflunomid in verschiedenen Konzentrationen (25, 50 und 100 uM) behandelt. Anschließend erfolgte die Analyse der Veränderungen in der Expression der Oberflächenmarker CD40, CD80 und CD86. Zudem wurde die Modulation der von den APCs freigesetzten Zytokine mittels ELISA untersucht. In einem weiteren Schritt wurden isolierte, mit Teriflunomid behandelte dendritischen Zellen (SlanDCs) mit CD4⁺-T-Zellen kokultiviert, um die Auswirkungen auf Effektor-T-Zellen mittels FACS-Analyse zu untersuchen. Im letzten Schritt wurde die Modulation der Immunzellpopulationen bei Patient:innen mit MS unter Therapie mittels FACS-Analyse untersucht. Dabei wurden die Zellzahlen und Oberflächenmoleküle auf SlanDCs, CD1⁺-dendritischen Zellen und Monozyten nach sechs und 12 Monaten unter Behandlung analysiert. Weiterhin wurden die CD4⁺-Effektorzellen sowie regulatorischen T-Zellen und ihre Veränderungen untersucht. Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung mit Teriflunomid zu einer signifikanten Reduktion der absoluten Zellzahl von CD4+ T-Lymphozyten führte, und zwar sowohl nach sechs als auch nach 12 Monaten Therapie. Des Weiteren beobachteten wir eine Reduktion bei anderen lymphozytären Zelltypen wie CD8+ T-Zellen, B-Zellen und NK-T-Zellen nach 12 Monaten Therapie. Die Analyse der Effektor-T-Zellen nach einem Jahr zeigte eine Herunterregulation der TH1-Immunantwort, was sich in einer Reduktion der INF-γ-freisetzenden CD4+-T-Zellen äußerte. Ebenso stellten wir eine Herunterregulation der TH1-Immunantwort fest, nachdem naive T-Zellen durch stimulierte, zuvor mit Teriflunomid behandelte fremde SlanDCs stimuliert wurden. Trotzdem war Teriflunomid nicht in der Lage, die DC-abhängige Proliferation von T-Zellen nach der Koinkubation von stimulierten, vorbehandelten SlanDCs mit naiven CD4+ T-Zellen und CD8+ TZellen von gesunden Probanden zu beeinflussen. In Bezug auf die Zytokinfreisetzung konnte Teriflunomid eine Hemmung der Freisetzung von IL1B, TNF-α und IL-6 aus isolierten, mit LPS stimulierten Monozyten zeigen, jedoch nicht bei den SlanDCs und CD1DCs. Zusammenfassend zeigt Teriflunomid einen komplexen Wirkungsmechanismus, der sowohl das adaptive Immunsystem als auch das angeborene Immunsystem betrifft. Weitere Studien sind erforderlich, um den genauen Wirkungsmechanismus zu ermitteln. Es bleibt unklar, inwieweit diese Veränderungen eine klinische Bedeutung für MS-Patient:innen haben, was weiterer Untersuchungen bedarf.
- Abstract (EN)
- In recent years, evidence for the role of antigen-presenting cells in multiple sclerosis has grown. This role extends both to their involvement in disease pathogenesis and to potential therapeutic approaches. In this study, we investigated the influence of teriflunomide on isolated antigenpresenting cells from buffy coats, as well as the effects of teriflunomide on various immune cell populations during teriflunomide therapy. Antigen-presenting cells (SlanDcs, CD1Dcs, monocytes) were isolated from buffy coats using magnetic cell separation and treated with teriflunomide at various concentrations (25, 50, and 100 μM). Subsequently, changes in the expression of the surface markers CD40, CD80, and CD86 were analyzed. Furthermore, the modulation of cytokines released by APCs was investigated using ELISA. In a further step, isolated dendritic cells (SlanDCs) treated with teriflunomide were co-cultured with CD4+ T cells to investigate the effects on effector T cells using FACS analysis. Finally, the modulation of immune cell populations in patients with multiple sclerosis during treatment was investigated using FACS analysis. Cell counts and surface molecules on SlanDCs, CD1c+ dendritic cells, and monocytes were analyzed after six and twelve months of treatment. Furthermore, CD4+ effector cells and regulatory T cells and their changes were examined. Our results showed that treatment with teriflunomide led to a significant reduction in the absolute cell count of CD4+ T lymphocytes after both 6 and 12 months of therapy. Furthermore, we observed a reduction in other lymphocytic cell types such as CD8+ T cells, B cells, and NK T cells after 12 months of therapy. Analysis of effector T cells after one year showed a downregulation of the TH1 immune response, which was reflected in a reduction in INF-γ-releasing CD4+ T cells. We also observed a downregulation of the TH1 immune response after naive T cells were stimulated by stimulated, previously teriflunomide-treated foreign SlanDCs. Nevertheless, teriflunomide was unable to influence DC-dependent T cell proliferation after co-incubation of stimulated, previously treated SlanDCs with naive CD4+ T cells and CD8+ T cells from healthy volunteers. Regarding cytokine release, teriflunomide demonstrated inhibition of IL-1B, TNF-α, and IL-6 release from isolated, LPS-stimulated monocytes, but not from SlanDCs and CD1Dcs cells. In summary, teriflunomide demonstrates a complex mechanism of action involving both the adaptive and innate immune systems. Further studies are needed to determine the exact mechanism of action. It remains unclear to what extent these changes have clinical significance for MS patients, and this should be further investigated
- Freie Schlagwörter (DE)
- APC, Teriflunomid, Multiple Sklerose
- Freie Schlagwörter (EN)
- APC, teriflunomide, multiple sclerosis
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YG 6004
- GutachterIn
- Prof. Dr. Katja Akgün
- PD Dr. Rebekka Wehner
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1053894
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 23.07.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis