- AutorIn
- Dr. med. Aileen Anett Brückner TU Dresden, Medizinische Fakultät
- Titel
- Assistierte Reproduktion im natürlichen Zyklus – Analyse der Erfolgsraten und des Verlaufs der Behandlung zur Optimierung der Beratung von Paaren mit Kinderwunsch
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1042308
- Erstveröffentlichung
- 2026
- Datum der Einreichung
- 30.09.2025
- Datum der Verteidigung
- 31.03.2026
- Abstract (DE)
- Die reproduktionsmedizinische Standardbehandlung bei Infertilität – die kontrollierte hormonelle Stimulation der Ovarien (KOS) im Vorfeld einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) – ist mit verschiedenen Risiken und Herausforderungen verbunden. Dazu zählen eine aufwändige medikamentöse Behandlung über mehrere Wochen mit Selbstinjektionen, hohe Behandlungskosten, körperliche und psychische Belastungen sowie medizinische Risiken wie das ovarielle Überstimulationssyndrom. Eine Alternative zur KOS ist die IVF/ICSI im natürlichen Zyklus (NC). Aufgrund der Physiologie des nicht hormonell stimulierten Zyklus wird zumeist nur eine Oozyte punktiert. Auf tägliche Injektionen, eine hormonelle Ovulationshemmung und eine Narkose bei der Follikelpunktion (FP) kann dabei verzichtet werden. Diese Dissertation präsentiert eine retrospektive Analyse von 469 FP im NC bei 189 Frauen im Zeitraum von 01/2013 bis 12/2018 am universitären Kinderwunschzentrum Dresden. Erfolgsraten, Nutzungsverhalten und Behandlungsverläufe wurden untersucht, um die Beratung von Paaren mit Kinderwunsch zu optimieren. Ziel war es, Paare zu identifizieren, für die die IVF/ICSI im NC erfolgsversprechend ist, und Therapieoptionen im Verlauf zu planen. Bei allen Frauen im durchschnittlichen Alter von 35,95 ± 4,77 (25-48) Jahren wurden 2,41 (1-9) FP durchgeführt. Durchschnittlich 1,06 Embryonen wurden übertragen. Es kam zu 30 klinischen Schwangerschaften (eine Zwillingsschwangerschaft), 19 Schwangerschaften traten beim 1. Versuch ein; es kam zu 5 Fehlgeburten, 26 Kinder wurden lebend geboren. Die Schwangerschaftsrate pro Transfer (15,31 %) entspricht anderen Studien. Dabei ist zu beachten, dass die IVF/ICSI im NC weniger belastend, weniger aufwändig und mit geringeren Kosten verbunden ist als Behandlungen nach kontrollierter ovarieller Stimulation. Ein Anteil von 43 % der behandelten Frauen gab explizit an, eine Hormontherapie zur Stimulation vor IVF/ICSI abzulehnen. Frauen im Alter unter 35 Jahren mit einem AMH-Wert über 1,1 ng/ml haben bei IVF/ICSI im NC besonders gute Schwangerschaftschancen. Ältere Frauen entscheiden sich häufig aufgrund fehlender Kostenübernahme bewusst für NC-IVF/ICSI – trotz geringerer Erfolgsaussichten. Die Kontrolle von Serumwerten wie Östradiol, LH und Progesteron erhöht die Effektivität der IVF/ICSI im NC, insbesondere bei oraler Stimulation der Follikelreifung mit Clomifen und leichter Ovulationshemmung durch Antiphlogistika. Eine minimale präovulatorische Progesteronerhöhung scheint physiologisch zu sein und ist mit höheren Transferraten sowie besseren Outcomes nach NC-IVF/ICSI assoziiert. Diese Studie eröffnet neue Ansätze für die zukünftige Forschung.
- Freie Schlagwörter (DE)
- IVF/ICSI, assistierte Reproduktion, ART, natürlichen Zyklus, NC
- Freie Schlagwörter (EN)
- IVF/ICSI, assisted reproduction, ART, natural cycle, NC
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YM 2504
- GutachterIn
- PD Dr. med. Maren Goeckenjan-Festag
- Prof. Dr. med. Henry Alexander
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1042308
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 20.05.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY 4.0