- AutorIn
- Ulrike von Wölfel
- Titel
- Ambivalenzen und Ambiguitäten sozialpädagogischen Handelns im Kinder- und Jugendschutz
- Untertitel
- Kritische Diskursanalyse der Verarbeitung von Strafverfolgung gegenüber Sozialarbeiter:innen im Fachdiskurs der Kinder- und Jugendhilfe zwischen 1994 und 2001
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1033817
- Erstveröffentlichung
- 2026
- Datum der Einreichung
- 15.10.2025
- Datum der Verteidigung
- 26.02.2026
- Abstract (DE)
- Die vorliegende Dissertation widmet sich der Zeit nach dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG / SGB VIII), die als eine bedeutsame Etappe in der Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe bewertet werden kann. Der Fokus dieser Arbeit liegt dabei auf dem Kinder- und Jugendschutz. Im Rahmen einer ausführlichen historischen Darstellung des Kinder- und Jugendschutzes seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts werden die strukturellen Ambivalenzen und Ambiguitäten aufgezeigt, die einerseits das Rechtsprogramm und andererseits das sozialpädagogische Handeln im Kinder- und Jugendschutz charakterisieren. Die Begriffe der Ambivalenzen und Ambiguitäten werden dabei als sensibilisierende Konzepte eingeführt und im Rahmen der Arbeit genutzt. An ihnen wird die Entwicklung dieses spannungsvollen Arbeitsfeldes nachvollzogen und es wird deren besondere Ausprägung im neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz von 1990/1991 herausgearbeitet. Den Kern der empirischen Untersuchung bilden drei Strafprozesse gegen Sozialarbeiter:innen, die zwischen 1994 und 1999 – und damit kurz nach dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes – stattfinden. Die Verarbeitung dieser Prozesse im damaligen Fachdiskurs der Kinder- und Jugendhilfe wird anhand von Fachzeitschriftenbeiträgen und Tagungsdokumentationen analysiert. Forschungsmethodisch wird ein diskursanalytischer Zugang gewählt. Die Analyse erfolgt unter Nutzung der zuvor herausgearbeiteten Ausprägungen der Ambivalenzen und Ambiguitäten in Bezug auf das damalige Rechtsprogramm des Kinder- und Jugendschutzes. Ziel der Arbeit ist, die Reaktionen der Disziplin auf die damaligen Strafverfahren und den Umgang mit den rechtlichen und praktischen Spannungsfeldern auf der Ebene des Diskurses zu rekonstruieren. Damit wird einerseits eine empirische Lücke im Hinblick auf die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe geschlossen und andererseits werden Schlussfolgerungen für die aktuelle Diskussion zum Rechtsprogramm und zur Handlungsebene des Kinder- und Jugendschutzes gezogen.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Ambivalenzen, Ambiguitäten, Kinderschutz, Strafverfahren, sozialpädagogisches Handeln
- Klassifikation (DDC)
- 370
- Klassifikation (RVK)
- DS 7100
- GutachterIn
- Prof. Dr. Constanze Berndt
- Prof. Dr. Wolfgang Deichsel
- BetreuerIn Hochschule / Universität
- Prof. Dr. Constanze Berndt
- BetreuerIn - externe Einrichtung
- Prof. Dr. Wolfgang Deichsel
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Förder- / Projektangaben
- Evangelisches Studienwerk Villigst e.V. Promotionsstipendium
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1033817
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 30.03.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-ND 4.0- Inhaltsverzeichnis
Gliederung (Auszug) 1 Einleitung 2 Kinder- und Jugendschutz als Teil wohlfahrtsstaatlicher Regulierungsbemühungen […] Wohlfahrtsstaatlichkeit als politische Regulierung des Sozialen Sensibilisierende Konzepte: Ambivalenzen und Ambiguitäten Ambivalenzen und Ambiguitäten im Rechtsprogramm staatlichen Kinder- und Jugendschutzes: von den ersten Konzeptionen bis zur Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes [...] Die normative Verdeckung von Ambivalenzen und Ambiguitäten im Rechtsprogramm des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes - Strafprozesse gegen Sozialarbeiter:innen nach der Einführung des KJHG [...] 3 Die Verarbeitung der Strafprozesse in Osnabrück, Stuttgart und Dresden innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe: Analyse des Fachdiskurses „Diskurse sind alles andere als unschuldig' – die Diskurstheorie nach Foucault als Methodologie der Studie [...] 4 Ergebnisse der Diskursanalyse: Die diskursive Auseinandersetzung mit den strukturellen Ambivalenzen und Ambiguitäten in den Rechts- und Handlungsvorgaben des KJHG [...] 5 Ausblick: Auf dem Weg zu einem demokratischen Kinder- und Jugendschutz?