- AutorIn
- Dr. med. Mirjam Raphaela Stephanie Menges
- Titel
- Charakterisierung der Kurz- und Langzeitreaktionen von Parametern der Hypophysen-Vorderlappen-Nebennieren-Achse und des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems bei Patienten mit Lipoproteinapherese
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1027905
- Erstveröffentlichung
- 2024
- Datum der Einreichung
- 01.07.2024
- Datum der Verteidigung
- 10.12.2024
- Abstract (DE)
- Hintergrund und Fragestellungen: In dieser Arbeit wurde das Ziel verfolgt, den Einfluss der Lipoproteinapherese (LA) auf die Plasmahormonspiegel der Hypophysenvorderlappen-Nebennierenrinden-Achse sowie auf Parameter des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems zu untersuchen. Dabei wurden verschiedene Plasmahormonspiegel von Aldosteron, Cortisol, DHEA, DHEAS und ACTH, Renin, der Aldosteron-Renin-Quotient (ARQ), die Angiotensin-Converting-Enzyme(ACE)-Aktivität und Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Osmolalität analysiert. Ein weiteres Ziel bestand darin, zwischen Patienten mit unterschiedlichem Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen zu differenzieren, um möglicherweise prognostische Aussagen über zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse trotz Beginn der LA-Therapie treffen zu können. Methoden und Material: Zu Beginn wurden Daten von 163 Patienten gesammelt, die an der Universitätsklinik Dresden regelmäßige LA-Therapie erhielten. Diese Daten stammten aus verschiedenen Quellen wie Patientenakten, Orbis, Arztbriefen, klinischen Messdaten und Befunden transthorakaler Echokardiographie. Für die erste Untersuchungsgruppe wurden 47 Patienten ausgewählt, bei denen die Plasmahormonspiegel von Aldosteron, Cortisol, DHEA, DHEAS und ACTH zwischen Januar 2015 und November 2016 gemessen wurden. In dieser Untersuchungsgruppe lag der Fokus auf der Untersuchung der Reaktion der Hypophysenvorderlappen-Nebennierenrinden-Achse auf die Lipoproteinapherese und deren potenzielle Auswirkungen auf die Risikostratifizierung neuer kardiovaskulärer Ereignisse. Für die zweite Untersuchungsgruppe wurden 22 Patienten ausgewählt, bei denen die Plasmahormonspiegel von Renin und Aldosteron, der ARQ sowie die ACE-Aktivität und Elektrolytwerte wie Natrium, Kalium und Osmolalität von Januar 2017 bis Oktober 2020 erhoben wurden. In dieser Gruppe wurde die Reaktion des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems auf die Lipoproteinapherese analysiert und ihre Bedeutung für die Risikostratifizierung neuer kardiovaskulärer Ereignisse bewertet. Vier Patienten überschnitten sich mit den Daten beider Untersuchungsgruppen. Darüber hinaus wurden in beiden Untersuchungsgruppen Untergruppen basierend auf der Anzahl der aufgetretenen kardiovaskulären Ereignisse gebildet und analysiert. In den Untergruppen erfolgte im ersten Abschnitt eine Untersuchung der kardiovaskulären Ereignisse unabhängig vom Zeitpunkt ihres Auftretens. Dabei wurden Patienten mit nur einem kardiovaskulären Ereignis mit Patienten verglichen, die mehr als ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten hatten. Zusätzlich wurden Patienten mit einem kardiovaskulären Ereignis mit denen verglichen, die zwei oder drei Ereignisse hatten, sowie mit denen, die mehr als drei kardiovaskuläre Ereignisse erlitten. Im zweiten Abschnitt wurden Patienten ohne kardiovaskuläre Ereignisse nach Beginn der LA-Therapie mit jenen verglichen, die kardiovaskuläre Ereignisse nach Beginn der Therapie erlebten. Des Weiteren wurden TTE-Befunde in beiden Untersuchungsgruppen erhoben und in Abhängigkeit von den Unterkategorien der kardiovaskulären Ereignisse ausgewertet. Außerdem wurden Patientenmerkmale wie Geschlecht, Alter, BMI und die angewandte Methode der Lipoproteinapherese (LF, DSA, MONET und DALI) charakterisiert. Die Daten wurden mithilfe des Statistikpakets SPSS Version 27 statistisch ausgewertet. Die Charakteristika der Patienten wurden mittels deskriptiver Statistik erfasst. Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) überprüft. Bei signifikanten Unterschieden zwischen den Gruppen wurde anschließend der Bonferroni-Test für multiple Mittelwertvergleiche angewendet. Ergebnisse mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von p≤ 0,05 wurden als statistisch signifikant betrachtet. Zur Visualisierung wurden Diagramme und Box-Plots mithilfe von Excel 2011 und OriginLab (Version: OriginPro 2021b SR1 9.8.5.204) erstellt. Ergebnisse: In der ersten Untersuchungsgruppe führte die LA zu einem akuten und signifikanten Abfall der Plasmahormonspiegel von ACTH, Cortisol, DHEAS und Aldosteron. Allerdings blieben diese Plasmahormonspiegel im Langzeitverlauf im Vergleich der jeweiligen Werte vor und nach der LA-Therapie stabil. Die Patienten der zweiten Untersuchungsgruppe zeigten unmittelbar nach der LA-Therapie im Vergleich zu den Ausgangswerten eine signifikant niedrigere ACE-Aktivität. Zusätzlich wies der Plasmahormonspiegel von Aldosteron eine fallende Tendenz auf. Im Langzeitverlauf blieb die ACE-Aktivität im Vergleich der jeweiligen Werte vor und nach der LA-Therapie stabil. Schlussfolgerung: Die Auswertung der Plasma-Aldosteronspiegel ergab, dass Patienten, die insgesamt mehr KVE erlebt hatten, höhere Plasma-Aldosteronspiegel direkt nach der LA-Therapie aufwiesen. Darüber hinaus waren Plasma-Aldosteronspiegel bei Patienten, die nach LA-Beginn weiterhin KVE erlitten, in der Tendenz höher. Diese Daten legen nahe, dass erhöhte Aldosteronspiegel, insbesondere direkt nach LA-Therapie, einen Indikator für ein erhöhtes KVE-Risiko darstellen könnten. Andere Studien legen auch nahe, dass oxidativer Stress die Freisetzung von Aldosteron erhöht und die Atherogenese fördert. In dieser Studie konnte keine weitere spezifische Risikofaktorenkonstellation identifiziert werden, die ein besonders hohes KVE-Risiko nach LA-Beginn erklärt. Mit dem Hauptziel der LA Lipoproteine zu senken, wurde in dieser Arbeit festgestellt, dass Plasmahormonspiegel von ACTH, Cortisol, DHEAS, Aldosteron und die ACE-Aktivität akut abnahmen, langfristig trat jedoch keine Veränderung auf. In Abhängigkeit der auftretenden KVE-Anzahl fielen Unterschiede der DHEA-Spiegel, Osmolalität, des ARQ und ACE auf. Im Hinblick aber auf diskutierte zum Teil nicht beachtete Einflussfaktoren, wie Alter, Geschlecht und eingenommene Medikamente, eigneten sich diese Parameter allein nicht zu prognostischen Zwecken. Diese Parameter sollten im Rahmen einer größeren Studie mit mehr Patienten und unter Beachtung möglicher Einflussfaktoren wiederholt werden
- Freie Schlagwörter (DE)
- Lipoproteinapherese, Kardiovaskuläre Ereignisse,
- Freie Schlagwörter (EN)
- lipoprotein apheresis, cardiovascular events
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YC 7404
- YC 2004
- GutachterIn
- Prof. Dr. Jürgen Gräßler
- Prof. Dr. Mario Menschikowski
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1027905
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 06.05.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-ND 4.0