- AutorIn
- Dr. med. René Fabian Drosdek
- Titel
- Der Zusammenhang zwischen der olfaktorischen Funktion und atopischen Erkrankungen sowie der Lebensqualität im Kindes- und Jugendalter
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1007445
- Erstveröffentlichung
- 2025
- Datum der Einreichung
- 25.03.2025
- Datum der Verteidigung
- 04.11.2025
- Abstract (DE)
- Hintergrund: Atopische Erkrankungen wie die allergische Rhinitis und die atopische Dermatitis sind in der pädiatrischen Bevölkerung weit verbreitet und haben große Auswirkungen auf betroffene Kinder und Jugendliche. Insbesondere bei der allergischen Rhinitis konnten bereits negative Auswirkungen auf das olfaktorische System festgestellt werden, für die atopische Dermatitis fehlen dazu bislang Studien. Desweiteren kann eine eingeschränkte olfaktorische Funktion eine verminderte Lebensqualität zur Folge haben. Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, den Einfluss der allergischen Rhinitis und der atopischen Dermatitis im Kindes- und Jugendalter auf die olfaktorische Funktion zu untersuchen, mit gesunden Kindern und Jugendlichen zu vergleichen und den Einfluss der olfaktorischen Funktion auf die Lebensqualität zu beurteilen. Material und Methoden: Insgesamt wurden die Daten von 149 Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 17 Jahren, die am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden getestet wurden, in dieser Studie ausgewertet. Neben der Erfassung von allgemeinen anamnestischen Daten wurden sowohl in der Kontrollgruppe (n = 49) als auch in den beiden Erkrankungsgruppen (jeweils n = 50) ein Pricktest sowie eine olfaktorische Testung für die Geruchsschwelle („Sniffin‘ Sticks“) und Geruchsidentifikation („U-Sniff“) durchgeführt. Zudem wurde jeweils ein Fragebogen zur Bedeutung von Geruchsinformationen (Children’s Personal Significance of Olfaction, ChiPSO) und zur Lebensqualität (Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen, ILK) angewandt. Bei den beiden Erkrankungsgruppen wurden zusätzlich noch krankheitsspezifische Fragebögen und Scores ermittelt, wobei bei Vorliegen einer allergischen Rhinitis die ARIA-Kriterien und der T4SS (Total Four Symptom Score) erhoben wurden und bei einer atopischen Dermatitis der SCORAD (Scoring of Atopic Dermatitis) herangezogen wurde. Ergebnisse: Mädchen erzielten bessere Ergebnisse in der Geruchsidentifikationstestung als Jungen und es zeigte sich eine positive Korrelation des Alters zu den Ergebnissen der Geruchsidentifikationstestung. Bezüglich anamnestischer Parameter konnte lediglich festgestellt werden, dass sich die olfaktorische Testung bei Angabe einer spezifischen Immuntherapie statistisch signifikant von den Ergebnissen ohne diese Therapie abhob. Infektionen mit SARS-CoV-2, Vorerkrankungen, eingenommene Medikationen, Voroperationen im HNO-Bereich, sowie die Sensibilisierungen im Pricktest ergaben dementsprechend keine statistisch signifikanten Korrelationen zu den beiden olfaktorischen Tests. Von den krankheitsspezifischen Scores und Schweregraden in den Erkrankungsgruppen zeigten lediglich die Ergebnisse des T4SS bei Kindern und Jugendlichen mit allergischer Rhinitis eine negative Korrelation zur Geruchsidentifikationstestung. Kinder und Jugendliche mit einer allergischen Rhinitis oder einer atopischen Dermatitis schnitten in der Geruchsidentifikationstestung statistisch signifikant schlechter ab als Testpersonen der Kontrollgruppe, nicht jedoch in der Geruchsschwellentestung. Kinder und Jugendliche mit atopischer Dermatitis erreichten statistisch signifikant weniger Punkte bei der Bedeutung der Geruchsinformation als die Kontrollgruppe. Gleiches zeigte sich bei beiden Erkrankungsgruppen für die Untergruppe Soziales. Bei der Bedeutung der Geruchsinformation korrelierte der Gesamtwert mit der Geruchsidentifikationstestung, die Untergruppe Soziales mit beiden olfaktorischen Tests und die Untergruppe Umwelt ebenfalls mit der Geruchsidentifikationstestung. Die Lebensqualität zeigte sich unbeeinflusst von der olfaktorischen Funktion. Eine Korrelation ergab sich hingegen teilweise zwischen der Bedeutung von Geruchsinformationen und Ergebnissen des Fragebogens zur Lebensqualität. Schlussfolgerung: Sowohl die allergische Rhinitis als auch die atopische Dermatitis schienen einen negativen Einfluss auf Teile der olfaktorischen Testung, insbesondere der Geruchsidentifikationstestung zu haben. Ein Zusammenhang zwischen der olfaktorischen Funktion und der Lebensqualität zeigte sich nicht. Um insbesondere die olfaktorische Funktion bei der atopischen Dermatitis besser zu verstehen, sollten weitere Studien in diesem Gebiet durchgeführt werden.
- Abstract (EN)
- Background: Allergic rhinitis and atopic dermatitis are common diseases in the pediatric population and play a huge role in the life of children and adolescents. For allergic rhinitis, there are studies which show a negative influence of the disease on the olfactory function, but comparable studies have not yet been performed for atopic dermatitis. Furthermore, a deficient olfactory function can lead to an impaired quality of life. Aim: The aim of this study was to examine the influence of allergic rhinitis and atopic dermatitis on the olfactory function of children and adolescents and in comparison to a healthy control group. Additionally, the influence of the olfactory function on the quality of life was analyzed. Material and methods: 149 children and adolescents aged 6 to 17 years were included in the analysis and therefore assessed at Carl Gustav Carus University Hospital in Dresden. Besides common anamnestic data, both for the control group (n = 49) and the two disease groups (n = 50 each), a skin prick test and two olfactory assessments for olfactory threshold (“Sniffin’ Sticks”) and odor identification (“U-Sniff”) were applied, as well as questionnaires about the significance of olfaction (Children’s Personal Significance of Olfaction, ChiPSO) and the quality of life (Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen, ILK). Additionally, in both disease groups disease severity was measured with suitable scoring systems. Therefore, the ARIA-Classification and Total Four Symptom Score (T4SS) were used for allergic rhinitis, Scoring of Atopic Dermatitis (SCORAD) for atopic dermatitis. Results: Girls scored lower in odor identification and there was a positive correlation between age and results of odor identification. Regarding anamnestic data, only specific immunotherapy resulted in better olfactory scores, olfactory threshold and odor identification both. Infections with SARS-CoV-2, previous illnesses, medications taken, previous ENT surgeries, and sensitizations in the skin prick test did not show any statistically significant correlations with the two olfactory tests. Compared to healthy children and adolescents, those with allergic rhinitis and atopic dermatitis scored lower in odor identification, but not in olfactory threshold. Only for the T4SS, a negative correlation to odor identification scores could be detected, and other disease severity scores did not show correlation towards olfactory function. Children and adolescents with atopic dermatitis scored lower results regarding personal significance of olfaction as the control group. Same results showed up for both disease groups in the social subscale of the ChiPSO questionnaire. For personal significance of olfaction there was a correlation between the overall score and odor identification, between the social subscale and both olfactory assessments as well between the environmental subscale and odor identification. Olfactory function did not correlate with the quality of life. However, parts of the ChiPSO questionnaire showed a correlation with the results of the ILK questionnaire. Conclusion: Allergic rhinitis and atopic dermatitis both seem to have a negative influence on olfactory function, especially on odor identification. No correlation was found between olfactory function and the quality of life. Further studies should follow up these findings about atopic dermatitis and the olfactory function in children and adolescents with this disease.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Kinder, Jugendliche, Olfaktion, allergische Rhinitis, atopische Dermatitis
- children, adolescents, olfaction, allergic rhinitis, atopic dermatitis
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Klassifikation (RVK)
- YQ 2304
- GutachterIn
- PD Dr. med. Valentin Schriever
- Prof. Dr. med. Christian Vogelberg
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Dresden, Dresden
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1007445
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 07.01.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-NC 4.0